Windenergie und Landschaftsschutz - Präsentation einer Pionierstudie

27.04.2007 08:00

Ausbau des Windkraftwerks der JUVENT SA

Erstmals wird heute eine fundierte Systematik zur Beurteilung der Landschaftsverträglichkeit von Windturbinen vorgestellt. Die JUVENT SA als Betreiberin des grössten schweizerischen Windkraftwerkes hat seit Herbst 2006 durch anerkannte Landschaftsexperten im engen Kontakt mit der Schweizerischen Stiftung für Landschaftsschutz sowie mit Fachleuten von Bund und Kanton Bern prüfen lassen, ob und inwieweit im Plangebiet des Berner Juras die Errichtung zusätzlicher Windturbinen mit den Interessen des Landschaftsschutzes vereinbar ist. Anhand eigens entwickelter Fachkriterien weist die über die Landesgrenzen hinaus bedeutsame Studie für das Gebiet Mont Crosin - Mont Soleil ein beachtliches theoretisches Potenzial aus. Dieses wird indessen erfahrungsgemäss durch limitierende technische und andere Faktoren reduziert.

 

Zur Deckung der stets steigenden Nachfrage nach Schweizer Windstrom hat die JUVENT SA, die im Berner Jura seit elf Jahren einen Windpark von mittlerweile acht leistungsfähigen Turbinen aufgebaut hat, im Oktober letzten Jahres den geplanten weiteren Kraftwerksausbau bekanntgegeben. Gleichzeitig beauftragte sie Yves Leu-zinger und sein renommiertes Büro NATURA mit einer Expertise über die Möglichkeiten und Grenzen des Ausbaus aus Sicht sachgerechter Landschaftskrite-rien. Heute nun wird die in ihrer Art absolut einzigartige Studie den regionalen und lokalen Behörden, den Grundeigentümern und Nachbarn sowie der interessierten Regionsbevölkerung vorgestellt und erläutert. Die Studie geht - gestützt auf den behördlich vorgegebenen Planperimeter - von einer neuartigen, von Landschaftsschutzexperten anerkannten Systematik aus. Danach werden nach spezifischen Geländemerkmalen Landschaftskammern gebildet, die alternierend für die Windenergie genutzt bzw. frei belassen werden sollen. Die Nutzung innerhalb der sorgfältig ausgeschiedenen Kammern erfolgt nach optischen, an die Geländeform angelehnten Kriterien. Nach dieser Systematik lässt sich im Perimeter aus Landschaftsoptik ein theoretisches Potenzial von insgesamt 25-30 Windturbinen ermitteln, mit einer - je nach Standort - maximalen Höhe von 140 bis zu 160 Metern. Werden die entsprechenden Standorte nach den weiteren massgebenden Kriterien wie namentlich Windexposition, strassen- und leitungsmässige Erschliessung sowie Eigentümerinteressen beurteilt, so reduziert sich das Potenzial auf wohl etwa 15-20 Turbinen. Die JUVENT SA ist interessiert, die Nutzung dieses Potenzials zügig anzugehen und zu diesem Zweck die Planungsarbeit von Gemeinden, Region und Kanton weiterhin zu unterstützen.

Zurück